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Es werden Posts vom Januar, 2012 angezeigt.

Mission im Aufzug

Angenommen, Sie hätten höchstens eine Minute, um einem Unbekannten zu erklären, was für Sie das Herzstück Ihrer Arbeit ist. Das ist in etwa die Zeit, in der Sie mit ihm im Fahrstuhl vom Erdgeschoss zum 3. Stock fahren. Von daher nennt man diese Herausforderung auch "Elevator Pitch".

Wie würden Sie die Bedeutung Ihrer Aufgabe auf den Punkt bringen?

Mein Praxistest: Ich stehe im Fahrstuhl im Hamburger Alsterhaus. Neben mir ein Herr, der ebensfalls nach oben will. Ich überlege: Was antworte ich, wenn er jetzt wissen möchte, was der Kern meiner Tätigkeit ist?

"Ich unterstütze Menschen mit den besten psychologischen Mitteln dabei, ihr Potenzial innerlich und äußerlich zu entfalten."

Schade, er hat mich nicht gefragt. Im 3. Stock bin ich ausgestiegen.

Entschuldigung...

In letzter Zeit haben sich Politiker beim Wahlvolk für ihr Verhalten entschuldigt. Warum kam das trotzdem bei vielen von uns nicht an?

Zu einer echten Bitte um Verzeihung gehört unbedingt die Reue. Und zwar nicht die Reue darüber, dass wir uns mit unklugem Verhalten selbst geschadet haben, sondern die Einsicht, dass wir anderen damit etwas angetan haben. Im Falle der Politiker etwa Vertrauen missbraucht, der Wissenschaft oder einem hohen Amt geschadet zu haben, die Politikverdrossenheit noch gesteigert zu haben.

Wer sich als Opfer sieht, kann nicht ehrlich um Verzeihung bitten, denn er fühlt sich ja immer noch im Recht. Zerknirschte Entschuldigungen, die auf dieser Basis ausgesprochen werden, stoßen eher ab. Man spürt, dass es dem anderen nur um sich selbst geht, um egozentrische Schadensbegrenzung.

Echte Reue hat Größe. Wer sie zeigt,ist auch bereit, die Folgen seiner Tat zu tragen. Nur diese Art der Entschuldigung wirkt heilend und besänftigt.